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Deutsche Studienpreise der Körber-Stiftung in Berlin vergeben

BERLIN/HAMBURG (dpa). Drei junge Wissenschaftler haben am Mittwoch in Berlin von Bundestagspräsident Norbert Lammert den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung erhalten. Die Hamburger Stiftung vergibt die mit jeweils 30 000 Euro dotierten Auszeichnungen für exzellente Dissertationen, die zugleich von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung sind.
In diesem Jahr geht der Deutsche Studienpreis an den Physiker Hendrik Dietz, der an der Technischen Universität München promoviert hat, den Leipziger Musik- und Sprachbehindertenpädagogen Stephan Sallat und die Architektin Gesine Marquardt von der Technischen Universität Dresden,
Der Physiker Dietz entwickelte eine Methode, mit der sich Proteine räumlich erfassen und damit in ihrer Funktion besser verstehen lassen. Genaueres Wissen über diese wichtigen Bausteine des Lebens ist nach Angaben der Stiftung die Grundlage für das Heilen von schweren Krankheiten wie Krebs und Alzheimer. Der Musik- und Sprachbehindertenpädagoge Stephan Sallat erforschte den Zusammenhang zwischen Sprachstörung und Musikverständnis bei Kindern und leitete daraus wichtige Erkenntnisse für Diagnostik und Therapie von Sprachentwicklungsproblemen ab.
Die Architektin Marquardt erarbeitete gemeinsam mit Gerontologen und Hirnforschern Kriterien für eine "demenzfreundliche" Bauweise von Pflegeheimen.

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Apoplexie-Risiko bei Neuroleptika überprüft

BERLIN
(eb). Ob Neuroleptika bei Demenz das Schlaganfallrisiko erhöhen, wurde in einer großen Datenanalyse überprüft (BMJ, 337, 2008, a1227). Ergebnis: Offenbar sind alle Neuroleptika mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko assoziiert.
Dieses Risiko ist für Atypika höher als für typische Neuroleptika. Zudem ist das Risiko bei Patienten mit Demenz höher als bei Patienten ohne Demenz. Für die Praxis empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie eher typische als atypische Neuroleptika zu verwenden, wenn es machbar ist, und die Indikation von Zeit zu Zeit zu überprüfen.

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Demenz-Prävention: Ginkgo-Therapie war in einer Studie nicht effektiv

PITTSBURGH (eb). Eine Therapie mit einem Extrakt aus Ginkgo biloba kann zwar die kognitiven Fähigkeiten bei Menschen mit und ohne Demenz bessern (wir berichteten). In einer jetzt veröffentlichten Studie ließ sich eine Demenz damit aber nicht verhindern.
US-Forscher aus Pittsburgh hatten in einer prospektiven Studie mit knapp 3070 Menschen im Alter von über 75 Jahren die Hälfte der Teilnehmer mit Ginkgo-Extrakt (240 mg/Tag), die andere Hälfte mit Placebo behandelt. Die meisten der Teilnehmer hatten zu Studienbeginn keine kognitiven Probleme, etwa ein Sechstel hatte bereits leichte kognitive Einschränkungen (MCI, mild cognitive impairment), aber keine Demenz.
Insgesamt kam es während der Behandlungszeit von im Median 6,1 Jahren in der Placebogruppe bei 246 Teilnehmern zu einer Demenz, in der Ginkgo-Gruppe war die Zahl mit 277 Teilnehmern etwas höher, der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant. Wurden nur die Patienten mit MCI betrachtet, so gab es ebenfalls keinen signifikanten Unterschied zwischen Placebo- und Ginkgo-Therapie, heißt es heute in der Zeitschrift JAMA (19, 2008, 2253).
Auch eine Alzheimer-Demenz trat sowohl in der Ginkgo- als auch in der Placebogruppe ähnlich häufig auf. Die Forscher schließen daraus, dass es zumindest für einen Therapiezeitraum von sechs Jahren keinen Hinweis auf einen Demenzschutz durch Ginkgo gibt.
In einer Stellungsnahme weist das Unternehmen Dr. Willmar Schwabe darauf hin, dass die Studie mit der Bezeichnung GEM (Ginkgo Evaluation Memory) lediglich eine von fünf Untersuchungen zur Demenzprävention mit Ginkgo-Extrakten ist. Verwendet wurde in der GEM-Studie der Ginkgo-Extrakt EGb 761® des Unternehmens. Er ist in Deutschland als Tebonin® erhältlich. "Die Ergebnisse der GEM Studie erlauben keine abschließende Bewertung des möglichen Nutzens unseres Ginkgo-Spezialextraktes EGb 761 zum Schutz vor einer Demenz", so Professor Michael Habs, Geschäftsführer bei Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel.
Professor Siegfried Kasper von der Universität Wien ergänzt in der Stellungsnahme des Unternehmens: "Bis heute gibt es keine Arzneimittel zur Vorbeugung einer Demenz, alle Ansätze sind leider gescheitert. Dies gilt sowohl für zugelassene Demenzmedikamente wie auch für andere Wirkstoffe wie Aspirin, Vitamin E, Hormone oder nichtsteroidale Antirheumatika. Aber es ist wichtig, dass Patienten, die bereits eine kognitive Beeinträchtigung aufweisen, behandelt werden müssen. Für EGb 761® konnte eine Verbesserung von Gedächtnisleistungen und Konzentration bereits bei Menschen ab 45 Jahren mit beginnenden Beeinträchtigungen gezeigt werden."
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Giftmischer - und auch noch schlecht bezahlt

Die Gesundheitsforschung in Deutschland rüstet auf. Exzellenzinitiativen werden gestartet, der Staat gibt mehr Geld. Aber Ärzte in der Forschung sind immer noch unterbezahlt. Und mitunter schlägt ihnen Feindseligkeit in der Gesellschaft entgegen.
Von Helmut Laschet

BERLIN. Der Biologe Hans Günter Gassen ist Professor an der TU Darmstadt, Forscher, Erfinder und Unternehmer. Er fällt ein harsches Urteil über das Forschungsklima in Deutschland: "Es gibt ein extremes Sicherheitsdenken - und es wird vergessen, dass dies auch extremes Leid für Patienten bedeuten kann." Viel zu lange dauere es, bis Erkenntnis aus der Forschung in die klinische Praxis umgesetzt werde.
Der Gesellschaft sei nicht bewusst, dass Wissenschaftler Forschung nicht für sich selbst, sondern für die Generation der Kinder machten. "Wir haben diesen Generationenvertrag aufgekündigt", beklagt der Biologe: "Wenn Forscher in der Medizin dann auch noch als Giftmischer diffamiert werden, dann funktioniert das nicht."
Klare Worte, die bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der forschenden Arzneimittelhersteller bei den Forschungspolitikern von Bundesregierung und Bundestag auf offene Ohren stoßen.
Wer als Arzt an einer Universität primär wissenschaftlich arbeitet, verdient 20 bis 30 Prozent weniger als sein Kollege in der Patientenversorgung. Dieses Missverhältnis müsse dringend geändert werden, greift der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer eine Forderung des Marburger Bundes vom vergangenen Wochenende auf. Und einig ist er sich mit Gassen, dass die Translationsphase - jene Zeitspanne, die eine Innovation von ihrer Entdeckung bis zur Implementation in der ärztlichen Praxis - unbedingt verkürzt werden muss. Hemmnisse seien Bürokratie, überzogene Ängste, Furcht vor Kostensteigerungen, alles fest etabliert bei gesetzlichen Krankenkassen.
Kretschmer: "Wir müssen einen Bewusstseinswandel vollziehen. Erfolgreich können wir nur sein, wenn wir erkennen, dass Gesundheit gar nicht billig sein kann."
Angst und Bürokratie hemmen den Fortschritt.
Die Koalition habe die Weichen in ihrer Budgetbudgetpolitik richtig gestellt. Seit 2005 sei das Volumen des Bundesetats insgesamt um fünf Prozent, der Forschungsetat jedoch um 30 Prozent gestiegen. Dabei gibt die Bundesregierung nicht nur mehr Geld aus. Sie hat auch einen Fahrplan, entworfen, wie erfolgreiche Forschungsstrukturen aussehen sollen, so Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Forschungsministerium. Ein Element ist die Zentrenbildung, etwa für neurodegenerative Krankheiten wie Demenz und Parkinson. In einem Wettbewerb entscheidet sich gegenwärtig, welche der besten Zentren zehn Jahre lang jährlich 50 Millionen Euro bekommen. Kurzfristig, so Storm, werde wenig sichtbar sein - aber diese Investitionen und Strukturen seien entscheidend dafür, ob Deutschland in 30 Jahren eine humane Versorgung alter Menschen sicherstellen kann.
Fazit: Zumindest die Forschungspolitiker haben sich auf den Weg gemacht. Aber auch diese Veranstaltung war ein Sinnbild dafür, wie jede Fachpolitik eigene Wege geht. Gesundheits- und Krankenkassenpolitiker waren nicht anwesend - vielleicht waren sie auch gar nicht eingeladen.
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Brandenburg zeichnet innovative Pflegekonzepte aus

POTSDAM/COTTBUS (ami). Das Land Brandenburg hat erstmalig einen "Innovationspreis Pflege" vergeben. Die Preisverleihung bildet den Abschluss der Pflegeinitiative Brandenburg des märkischen Gesundheits- und Sozialministeriums.
Ministerin Dagmar Ziegler (SPD) zog ein positives Fazit. Die anderthalb Jahre dauernde Kampagne habe intensive Anstöße und Grundsteine für die folgende Arbeit gelegt. Als besonders herausragend aus den insgesamt 114 Projekten betrachtet sie die Schaffung des landesweiten Beratungstelefons "Pflege in Not", die Erarbeitung von Tiertherapien für Demenzkranke und den Aufbau von Freiwilligendiensten.
Die Zahl der über 80-Jährigen in Brandenburg wird sich nach Zieglers Angaben von rund 99 000 im Jahr 2006 auf rund 208 000 im Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Dabei halbiere sich innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre unter anderem aufgrund der demografischen Entwicklung die Chance für einen über 80-Jährigen, von seinen Angehörigen in der häuslichen Umgebung gepflegt zu werden. "Die Leistungen der Pflegeversicherung allein werden dieser enormen Herausforderung nicht mehr gerecht werden. Hinzu kommen muss außer dem Engagement Angehöriger und Ehrenamtlicher eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir im Alter leben wollen", so Ziegler.
Aus den 35 Bewerbungen um den Innovationspreis Pflege wählte die Jury das Projekt "Begleitung von Menschen mit Demenz im Alltag" des ASB Pflegeheims "Abendsonne" in Frankfurt (Oder) für den ersten Preis aus.
Tagesabläufe und Betreuung durch die professionellen Pflegekräfte sind dabei in einem mehrjährigen Prozess konsequent an die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Bewohner angepasst worden.

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Für Pflegeheime gibt es künftig Schulnoten

BERLIN (hom). Die Qualität der rund 10 600 Pflegeheime in Deutschland soll künftig in Form von Schulnoten bewertet und dargestellt werden (wie berichtet).
Darauf haben sich der Spitzenverband Bund der Krankenkassen und die Heimträger nach monatelangen Verhandlungen geeinigt. Benotet werden sollen vom Prüfdienst der Krankenkassen (MDK) unter anderem die medizinische Versorgung im Heim, der Umgang der Mitarbeiter mit an Demenz erkrankten Bewohnern, die Alltagsgestaltung sowie die Verpflegung und Hauswirtschaft in der Einrichtung. Das erläuterte gestern Dr. Dieter Voß vom GKV-Spitzenverband auf einem Pflegeforum zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung in Berlin. "Ampel, Sterne und Smileys sind vom Tisch", sagte Voß.
Aus allen Einzelbewertungen wird abschließend eine Gesamtnote für das Pflegeheim gebildet, die dann im Internet veröffentlicht werden muss. Vorgesehen ist auch, dass die Bewohner ihre Einrichtung bewerten. Auch diese Note muss veröffentlicht werden, hieß es in Berlin.

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Giftmischer - und auch noch schlecht bezahlt

Die Gesundheitsforschung in Deutschland rüstet auf. Exzellenzinitiativen werden gestartet, der Staat gibt mehr Geld. Aber Ärzte in der Forschung sind immer noch unterbezahlt. Und mitunter schlägt ihnen Feindseligkeit in der Gesellschaft entgegen.
Von Helmut Laschet

BERLIN.
Der Biologe Hans Günter Gassen ist Professor an der TU Darmstadt, Forscher, Erfinder und Unternehmer. Er fällt ein harsches Urteil über das Forschungsklima in Deutschland: "Es gibt ein extremes Sicherheitsdenken - und es wird vergessen, dass dies auch extremes Leid für Patienten bedeuten kann." Viel zu lange dauere es, bis Erkenntnis aus der Forschung in die klinische Praxis umgesetzt werde.
Der Gesellschaft sei nicht bewusst, dass Wissenschaftler Forschung nicht für sich selbst, sondern für die Generation der Kinder machten. "Wir haben diesen Generationenvertrag aufgekündigt", beklagt der Biologe: "Wenn Forscher in der Medizin dann auch noch als Giftmischer diffamiert werden, dann funktioniert das nicht."
Klare Worte, die bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der forschenden Arzneimittelhersteller bei den Forschungspolitikern von Bundesregierung und Bundestag auf offene Ohren stoßen.
Wer als Arzt an einer Universität primär wissenschaftlich arbeitet, verdient 20 bis 30 Prozent weniger als sein Kollege in der Patientenversorgung. Dieses Missverhältnis müsse dringend geändert werden, greift der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer eine Forderung des Marburger Bundes vom vergangenen Wochenende auf. Und einig ist er sich mit Gassen, dass die Translationsphase - jene Zeitspanne, die eine Innovation von ihrer Entdeckung bis zur Implementation in der ärztlichen Praxis - unbedingt verkürzt werden muss. Hemmnisse seien Bürokratie, überzogene Ängste, Furcht vor Kostensteigerungen, alles fest etabliert bei gesetzlichen Krankenkassen.
Kretschmer: "Wir müssen einen Bewusstseinswandel vollziehen. Erfolgreich können wir nur sein, wenn wir erkennen, dass Gesundheit gar nicht billig sein kann."
Angst und Bürokratie hemmen den Fortschritt.
Die Koalition habe die Weichen in ihrer Budgetbudgetpolitik richtig gestellt. Seit 2005 sei das Volumen des Bundesetats insgesamt um fünf Prozent, der Forschungsetat jedoch um 30 Prozent gestiegen. Dabei gibt die Bundesregierung nicht nur mehr Geld aus. Sie hat auch einen Fahrplan, entworfen, wie erfolgreiche Forschungsstrukturen aussehen sollen, so Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Forschungsministerium. Ein Element ist die Zentrenbildung, etwa für neurodegenerative Krankheiten wie Demenz und Parkinson. In einem Wettbewerb entscheidet sich gegenwärtig, welche der besten Zentren zehn Jahre lang jährlich 50 Millionen Euro bekommen. Kurzfristig, so Storm, werde wenig sichtbar sein - aber diese Investitionen und Strukturen seien entscheidend dafür, ob Deutschland in 30 Jahren eine humane Versorgung alter Menschen sicherstellen kann.
Fazit: Zumindest die Forschungspolitiker haben sich auf den Weg gemacht. Aber auch diese Veranstaltung war ein Sinnbild dafür, wie jede Fachpolitik eigene Wege geht. Gesundheits- und Krankenkassenpolitiker waren nicht anwesend - vielleicht waren sie auch gar nicht eingeladen.
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Demenz: Weniger Kranke als prognostiziert?

ROSTOCK (di). Prognosen sagen eine deutliche Zunahme von Demenz-Erkrankungen voraus: Rund drei Millionen Erkrankte im Jahr 2050. Doch es gibt auch optimistischere Hochrechnungen.
"Es ist möglich, dass die Zahl von drei Millionen Erkrankten im Jahr 2050 halbiert wird", sagt Demografin Uta Ziegler vom Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels.
Sie setzt bei ihrer Hochrechnung medizinischen Fortschritt und einen deutlich veränderten Lebensstil der Menschen voraus. Dazu gehören mehr Bewegung, eine gesündere Ernährung und mehr soziales Engagement. Unter diesen Annahmen hält sie es für möglich, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, pro Jahr um ein Prozent reduziert wird. Damit wären im Jahr 2050 in Deutschland "nur" rund 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt.
Eine Veränderung des Lebensstils könnte nach ihrer Meinung dazu führen, dass Menschen später als bislang an Demenz erkranken - sie erwartet eine Verschiebung um vier Jahre. Für eine Hinauszögerung der Erkrankung könnte nach ihrer Einschätzung auch eine bessere Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel sorgen.
Derzeit erhalte nur etwa jeder fünfte Demenz-Patient die richtige Medikation. Als Gründe vermutet die Demografin die hohen Preise der Medikamente, zum Teil aber auch lückenhafte Kenntnisse der verordnenden Ärzte über die bestehenden Medikationsmöglichkeiten.


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Rheinland-pfälzische Polizisten werden zum Thema Demenz geschult

MAINZ (dpa). In einer bundesweit einmaligen Initiative sollen rheinland-pfälzische Polizisten künftig besser auf den Umgang mit Demenzkranken vorbereitet werden. Dabei werden unter anderem Beamte im Streifendienst mit speziellen Seminaren geschult
"Im Einsatz treffen Beamte immer wieder auf Menschen, die an Demenz leiden, etwa wenn ein Vermisster im Wald entdeckt wird oder verwirrt auf einem Marktplatz steht", sagte Friedel Durben vom Referat Aus- und Fortbildung des Innenministeriums zur dpa in Mainz.
Das Innenministerium hat gemeinsam mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung die Initiative "Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen" gestartet, die am Mittwoch in Mainz vorgestellt wurde. Neben Fortbildungskursen und einem Info-Heft werde das Thema künftig auch bei der Polizeiausbildung einen festen Platz haben, sagte Durben. In Deutschland leben derzeit nach Angaben der Bundesregierung etwa 1,1 Millionen Demenzkranke. Die Zahl nimmt stetig zu.
"Stehen Polizisten einem demenzkranken Menschen gegenüber, ist es oft schwer, mit diesem in Kontakt zu kommen", sagte er. Dabei sei es zunächst wichtig, das Leiden zu erkennen und etwa von einer psychischen Erkrankung unterscheiden zu können.
"Wichtig ist es unter anderem, sich bei solchen Einsätzen Zeit zu nehmen und ruhig mit den Betroffenen zu sprechen." Allerdings sei "Babysprache" fehl am Platz, auf Diskussionen sollten die Beamten sich nicht einlassen. Sie müssten darauf gefasst sein, dass Demenzkranke plötzlich aggressiv werden können und schnell Angst bekommen. Deren Wahrnehmung sei meist erheblich gestört, das betreffe alle Sinne. "Ein Kranker kann unter Umständen einen Polizisten nicht an dessen Uniform erkennen", erklärte Durben.
In den neuen Kursen gehe es auch um den Umgang mit Angehörigen. Bei einem Gespräch könnten die Beamten den Familien gute Tipps geben. "Beispielsweise ist es wichtig, Demenzkranken ein Schildchen mit Name und Anschrift in die Kleidung zu nähen und ihnen bei Spaziergängen immer ein Handy mitzugeben."

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Demenz: Versorgung in vielen EU-Ländern schlecht

PARIS
(dpa). Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland könnte sich nach Einschätzung der Bundesregierung bereits bis zum Jahr 2030 verdoppeln. In den nächsten 20 Jahren könne die Zahl der Patienten bundesweit auf 2,2 Millionen steigen, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk bei einer EU-Konferenz in Paris. In mehr als der Hälfte der EU-Staaten gebe es für Demenzkranke und deren Familie kaum Hilfen, kritisierte sie. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy sagte, es sei wichtig, die Alzheimer-Forschung unter den 27 EU-Staaten zu koordinieren.

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