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News Januar 2009



Demenz enttabuisieren!

Von Thomas Hommel
Über das Krankheitsbild Demenz wird noch immer wenig gesprochen in Deutschland. Angst und Unsicherheit bestimmen deshalb das öffentliche Bild von dieser Erkrankung. Wie sonst erklären sich diffuse Umschreibungen wie "lebendiges Begräbnis" oder "Krankheit des Vergessens". Viele Fragen werden so von vornherein ausgeklammert: Empfinden Demenzkranke noch Lust? Wie artikulieren sie Schmerz? Wann beginnt eine Demenz und wie lässt sich der schleichende Krankheitsverlauf hinauszögern?
Das "Leuchtturmprojekt Demenz" kommt daher zum richtigen Zeitpunkt. Es fördert Projekte, die einen wesentlichen Beitrag zur besseren Versorgung dementiell Erkrankter leisten und so zu einer überfälligen Enttabuisierung der Krankheit beitragen.
Freilich: 13 Millionen Euro sind gemessen an den direkten und indirekten Folgekosten der Demenzkrankheit - Experten sprechen von rund 15 Milliarden Euro jährlich - eine bescheidende Summe. Hier sollte den Ärzten, Pflegekräften und Forschern, die an neuen Therapien und Pflegekonzepten arbeiten, stärker unter die Arme gegriffen werden. Andernfalls verbleibt das Thema da, wo es heute steht: am Rande der Gesellschaft und am Rande des medizinischen Geschehens.

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Schmidt fordert bessere Versorgung von Demenzkranken

Defizite in der hausärztlichen Betreuung / Bundesgesundheitsministerium stellt 29 "Leuchtturmprojekte" gegen Demenz vor

BERLIN (hom). Die hausärztliche Begleitung von dementiell erkrankten Menschen muss nach Einschätzung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) weiter verbessert werden.

"Wir wissen, es gibt hier ein Defizit", sagte Schmidt anlässlich der Präsentation des "Leuchtturmprojekts Demenz". Das Bundesgesundheitsministerium fördert noch bis Ende des Jahres 29 Modellprojekte, in denen unter anderem neue Therapie- und Pflegemaßnahmen auf ihre Wirksamkeit im Alltag der Betroffenen untersucht und evaluiert werden. Dafür werden insgesamt 13 Millionen Euro bereitgestellt. In Deutschland sind derzeit rund 1,1 Millionen Menschen an Demenz erkrankt - die meisten von ihnen an "Morbus Alzheimer". Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Betroffenen auf schätzungsweise 1,7 Millionen erhöhen.
Demenz sei noch immer ein Thema, "das zu sehr am Rand des medizinischen Geschehens steht", sagte Schmidt. Insbesondere Hausärzte müssten so ausgebildet sein, dass sie die Krankheit möglichst früh erkennen und weitere Schritte einleiten können. Langfristiges Ziel des "Leuchtturmprojekts Demenz" sei eine flächendeckende Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen. "Wir wollen weg von der einzelnen Blume auf der Wiese und erreichen, dass es überall gute Versorgungsangebote gibt." Die Inhalte der Modellprojekte müssten zu Inhalten künftiger Versorgungsverträge zwischen Hausärzten, Kliniken und Krankenkassen werden, forderte Schmidt.
Modellcharakter könnte unter anderem das Projekt "DemenzNetz Aachen" haben, das zu den geförderten Initiativen gehört. Ziel des Netzwerkes ist die Förderung der Frühdiagnostik und die Bereitstellung eines breiten Spektrums unterstützender Maßnahmen zur Vermeidung von Hospitalisierung und Heimeinweisung. In Aachen tätige Hausärzte kooperieren dabei mit Experten des Gerontopsychiatrischen Zentrums des Alexianer Krankenhauses Aachen. Gemeinsam haben sie ein Versorgungsnetzwerk mit aufsuchendem Fallmanagement aufgebaut. Im Rahmen des Projekts werden Haus- und Fachärzte zu Früherkennung und Behandlung des Krankheitsbildes Demenz weitergebildet. Derzeit nehmen 92 Hausärzte und 128 Patienten am Projekt teil, erläuterte Dr. Andreas Theilig, Facharzt für Neurologie am Alexianer Krankenhaus Aachen.
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Apfelsaft bremst das Vergessen
Zwei Gläser Apfelsaft am Tag können das Gehirn vor den Ablagerungen schützen, die den schleichenden Gedächtnisverlust von Alzheimer-Patienten verursachen.

Forscher der Universität von Massachusetts haben in einer Reihe von Labortests herausgefunden, dass die krankhafte Vergesslichkeit von Mäusen, denen sie Apfelsaft zu trinken gaben, langsamer fortschritt als die von Labortieren, die keinen Saft erhielten.

Der Effekt trat bereits ein, wenn sie täglich eine Menge konsumierten, die in etwa zwei Gläsern Saft für den Menschen entspricht. Thomas B. Shea und sein Team beobachteten, dass sich in den Gehirnen der Mäuse schon nach einem Monat weniger Beta-Amyloide ablagerten – die sogenannten Plaques, die typisch für die Alzheimer-Krankheit sind. „Diese Ergebnisse sind ein weiterer Hinweis darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und genetischen Risikofaktoren für altersabhängige Neurodegeneration gibt“, sagt Studienleiter Thomas B. Shea. „Regelmäßiger Verzehr kann Hirne offenbar nicht nur unterstützen, optimal zu funktionieren, sondern auch den Ausbruch von Alzheimer hinauszögern.“

„A“ wie Apfelsaft und Acetylcholin

Frühere Studien der Forscher aus Massachusetts hatten bereits diesen Zusammenhang hergestellt. Sie entdeckten, dass Apfelsaft die Produktion des Neurotransmitters Acetylcholin ankurbelt – mit dem Ergebnis eines besseren Gedächtnisses. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die Nachrichten von einer Nervenzelle an die andere weiterleiten. Dieser Ablauf ist nicht nur für die geistige Fitness, sondern für alle Prozesse im Körper von Bedeutung.

In der Therapie der Demenz versuchen Ärzte schon länger, die Acetylcholinmenge im Gehirn zu erhöhen, um den geistigen Verfall zu bremsen. Die Forscher der Universität von Massachusetts konnten zeigen, dass der an Antioxidantien reiche Apfelsaft auf Versuchstiere einen vergleichbaren Effekt hatte.
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Forschung Kaffee trinken kann Alzheimer-Risiko senken
Drei bis fünf Tassen Kaffee täglich im Alter von 45 bis 59 Jahren können unter Umständen das Alzheimer-Demenz-Risiko senken. Das hat eine finnisch-schwedische Langzeitstudie ergeben.

Drei bis fünf Tassen Kaffee täglich im Alter von 45 bis 59 Jahren kann unter Umständen das Alzheimer-Demenz-Risiko senken. Das hat eine finnisch-schwedische Langzeitstudie ergeben.Das hat eine Langzeitstudie der finnischen Universität von Kuopio, dem finnischen Institut für öffentliche Gesundheit und dem Karolinska Institut im schwedischen Stockholm ergeben. Über 21 Jahre lang wurde an 1 409 Menschen der Einfluss von Koffein auf das zentrale Nervensystem untersucht. Dabei zeigte sich, dass bei den Kaffeetrinkern deutlich seltener Alzheimer oder Demenz aufgetreten waren als bei Personen, die keinen Kaffee konsumieren. Welcher Mechanismus dahinter steckt, wissen die Forscher allerdings noch nicht.
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Antipsychotika erhöhen bei Älteren das Schlaganfallrisiko - besonders bei Demez

BERLIN (eb). Nehmen ältere Patienten Antipsychotika ein, so erhöht sich ihr Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen britischen Studie hin. Antipsychotika wirken unter anderem dämpfend auf Erregungszustände, aggressives Verhalten und Sinnestäuschungen.
Den Studienergebnissen zufolge ist der Einsatz bei Menschen mit Demenzerkrankungen besonders riskant (wie berichtet). Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft fordert deshalb, die Anwendung der Medikamente bei älteren Menschen neu zu überdenken.
Antipsychotika, auch Neuroleptika genannt, kommen in erster Linie bei der Behandlung von Psychosen wie der Schizophrenie zum Einsatz. Sie werden aber auch häufig verabreicht, um durch eine Demenz bedingte Verhaltensstörungen wie eine gesteigerte Aggressivität zu bessern. Eine kürzlich im Britischen Ärzteblatt veröffentlichte Studie hat nun gezeigt, dass die Medikamente auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, einen Schlaganfall zu erleiden. So wiesen Patienten, die Antipsychotika einnahmen, ein um das 1,7-fache erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. Besonders gefährdet sind nach den Studienergebnissen Demenzpatienten. Bei ihnen stieg das Schlaganfallrisiko sogar um das Dreieinhalbfache.
"Den Ergebnissen der Studie zufolge sind alle Antipsychotika mit einem erhöhten Schlaganfall­risiko verbunden", berichtet Professor Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Dabei sei das Risiko mit modernen, so genannten "atypischen" Antipsychotika, die an sich besser verträglich sind, eher größer als mit den älteren "typischen" Antipsychotika.
Die älteren Medikamente werden heute vielfach gemieden, weil sie dauerhafte Schäden der Hirnfunktion auslösen, etwa eine der Parkinson-Krankheit ähnliche Bewegungsstörung. "Vor diesem Hintergrund müssen Ärzte den Einsatz von Antipsychotika bei älteren und vor allem demenzkranken Menschen neu überdenken. Sie sollten nur noch verordnet werden, wenn andere Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft sind", so Grond.

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Demenz: Verordnung von Antipsychotika prüfen!

LONDON
(hub). Patienten mit Alzheimer-Demenz sollten nicht unnötig oder längere Zeit Antipsychotika erhalten. Das raten die Autoren einer Studie, die Unterschiede in der Sterberate ergeben hatte, je nachdem, ob die 128 Patienten mit Alzheimer-Demenz Antipsychotika erhalten hatten oder Placebo.
Nach einem Jahr lag die Sterberate bei 30 (Verum) versus 23 Prozent (Placebo), nach drei Jahren bei 70 versus 58 Prozent (Lancet Neurology online).

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Kältetote in Thüringen - 77-Jährige Demenz-Patientin in Weimar erfroren

WEIMAR/JENA (dpa). Die Eiseskälte hat in Thüringen ein Todesopfer gefordert. In Weimar ist bereits am Montagmorgen eine 77 Jahre alte Frau tot gefunden worden. Die Bewohnerin eines Seniorenheims sei in der Nacht bei Minustemperaturen erfroren, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Jena. Sie habe an Altersdemenz gelitten und Schwierigkeiten mit der Orientierung gehabt.
Die Seniorin wurde am Vorabend als vermisst gemeldet. Sie habe das Seniorenheim mit dem Hinweis verlassen, nur einen Abendspaziergang zu unternehmen. Dabei hatte sie nur eine Strickjacke getragen. Die Leiche wurde in einer nahe gelegenen Gartenanlage gefunden.

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Verhindern eines Blutzuckeranstiegs mit dem Alter schützt das Gedächtnis

NEW YORK (ars). Wer Gedächtnisverlusten im Alter vorbeugen will, sollte einen Anstieg des Blutzuckerspiegels mit zunehmenden Jahren vermeiden - durch Sport, Medikamente oder Diät. Das empfehlen US-Forscher als probates Mittel auch für Gesunde.</
In ihrer Studie nutzten die Wissenschaftler der Columbia University in New York die hochauflösende Magnetresonanztomografie. Damit untersuchten sie in einer Region des Hippocampus, dem Gyrus dentatus, das Blutflussvolumen und die Aktivität (Annals of Neurology 64, 2008, 698). Dieses Areal, das als Eingangsstation des Hippocampus gilt, ist bereits in die frühen Stadien einer Alzheimer-Demenz involviert. Offenbar ist es auch für normale Alterungsprozesse anfällig, denn dort nimmt die Aktivität mit den Lebensjahren ab.
An der Studie nahmen 240 Probanden im Median-Alter von 80 Jahren ohne Demenz teil, 60 hatten einen Typ-2-Diabetes. Bei ihnen und bei Versuchstieren wie Rhesusaffen und Mäusen prüften die Forscher um Professor Scott Small den Einfluss mehrerer Parameter wie erhöhter Blutdruck, Body Mass Index, Cholesterin- und Insulinkonzentrationen. Eine Korrelation zu den kognitiven Funktionen fand sich aber nur für den Blutzuckerspiegel.
Wie die Wissenschaftler erläutern, steigt der Blutzuckerspiegel im allgemeinen mit dem Alter an. Diese Erhöhung zu vermeiden sei selbst bei Menschen ohne Diabetes eine wirksame Maßnahme, die Gedächtnisleistungen zu erhalten. Mit ihren Ergebnissen haben sie nach ihren Angaben auch ein Bindeglied zwischen körperlicher Aktivität und Gehirnfunktion entdeckt. Offenbar komme Sport dem Gedächtnis wenigstens teilweise dadurch zugute, dass als Folge der Blutglukosespiegel sinkt.


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