Infobogen hilft Demenzkranken im Krankenhaus
BERLIN (eb). Einen "Informationsbogen für Patienten mit einer Demenz bei Aufnahme ins Krankenhaus" hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft entwickelt. Über die 112 regionalen Alzheimer Gesellschaften und 400 Selbsthilfegruppen ist er zunächst an Angehörige verteilt worden. Inzwischen haben die Broschüre auch etwa 200 Krankenhäuser in ganz Deutschland erhalten. Der Infobogen wird bei Aufnahme ins Krankenhaus von Angehörigen ausgefüllt und dem Klinik-Personal übergeben. Er enthält Angaben etwa über Patienten-Gewohnheiten im Tagesverlauf, über Essen und Trinken, Einschränkungen der Sinnesorgane, Verstehen und Sprachfähigkeit. Der Bogen ihier zum Download. [545 KB]
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Straßburger Forscher entwickeln neuen Alzheimer-Test
STRAßBURG (dpa). Einen neuen Test für die Alzheimer-Krankheit wollen französische Forscher aus Straßburg in den nächsten Jahren auf den Markt bringen. Der Test erfordere nur wenige Bluttropfen, sagte der Forscher Dr. Jean de Barry vom nationalen Forschungszentrum CNRS am Dienstag in Straßburg. Bisher wird nach seinen Angaben nur etwa jeder zweite Alzheimer-Patient zuverlässig diagnostiziert, unter anderem durch eine Rückenmark-Punktion. Die Zuverlässigkeit des Test für den unheilbaren Gedächtnisschwund liege bei 98 Prozent im Vergleich zu 85 Prozent bei anderen Tests, sagte de Barry. Dabei werden durch Fluoreszenz fehlgebildete Proteine sichtbar gemacht, die für die Entwicklung der Alzheimer-Demenz verantwortlich sind. Dank des Tests könnten Patienten schneller und gezielter behandelt werden, hofft de Barry. Das fortschreitende Hirnleiden lässt sich bislang zwar nicht heilen, bestimmte Therapien können es aber oft bremsen. Alzheimer ist das häufigste Demenzleiden in Deutschland. Bundesweit rechnen Mediziner mit rund einer Million Demenzkranken, darunter etwa zwei Drittel Alzheimer-Patienten. ___________________________________________________________
Hausarzt-Atteste helfen bei Pflegeeinstufung
Mit der Pflegereform haben sich einige Vorteile für pflegebedürftige Patienten ergeben. So müssen die Pflegekassen Anträge zügiger bearbeiten, und selbst bei Pflegestufe Null können Patienten zum Teil auf Unterstützung hoffen. Gerade für diese Menschen spielt der Hausarzt eine wichtige Rolle. Von Rebekka Höhl
Für Patienten, die Pflegeleistungen benötigen ist eines ganz wichtig: rechtzeitig den Antrag bei der Pflegekasse zu stellen. Das könne zunächst auch ganz formlos telefonisch geschehen, erklärte Diplom-Sozialpädagoge Manfred Hägele vom beta institut auf der diesjährigen Practica in Bad Orb. Der Antragsteller müsse jedoch das Datum des Anrufs als Antragsdatum festhalten lassen und zudem den schriftlichen Antrag nachreichen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise sei, dass die Frist für die Pflegekasse, innerhalb derer sie über die Pflegebedürftigkeit entscheiden muss, dann mit dem Anruf beginne. Ist der Antrag gestellt, hat die Pflegekasse innerhalb von fünf Wochen über die Pflegebedürftigkeit zu entscheiden - sofern sich der Patient zu Hause befindet. Hat ein Angehöriger zusätzlich noch Pflegezeit beantragt, muss der Bescheid laut Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (Pflegereform) sogar schon nach zwei Wochen beim Patienten eingehen. Befindet sich der Antragsteller im Krankenhaus, hat die Pflegekasse nur eine Woche Zeit für ihre Entscheidung. Bevor es aber überhaupt einen Bescheid gibt, wird die Pflegekasse einen Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bei dem Antragsteller vorbeischicken. Hier kommt der Hausarzt ins Spiel. Denn für die Begutachtung sollten alle möglichen Unterlagen bereit gestellt werden, riet Hägele. Sinnvoll sei es, bereits gut zwei Wochen vor dem Besuch des MDK damit zu beginnen, ein Pflegetagebuch zu führen. Dort werde beispielsweise eingetragen, wie groß der Zeitbedarf für die Hilfe bei der Körperpflege oder Ernährung sei. Wobei das Kochen für einen Pflegebedürftigen nicht als Hilfe im Sinne der Pflegebedürftigkeit zähle. Wohl aber das Zerkleinern der Mahlzeit in mundgerechte Stücke. Vordrucke für ein solches Pflegetagebuch gebe es bei den Kassen oder auch beim beta institut.
Ärztliche Befunde können Bearbeitung beschleunigen
Aber auch Klinikentlassberichte oder Befunde von Ärzten sollten bereit liegen. Gerade bei Demenzkranken sei es hilfreich, wenn ein Attest des Hausarztes vorliege, der die Demenz bescheinige. "Demenzkranke können häufig die für die Pflegestufe relevanten Tätigkeiten durchaus noch selbstständig übernehmen", sagte Hägele. "Nur, sie müssen dafür eben regelmäßig motiviert und angeleitet werden. Das wird bei der Begutachtung aber nicht immer gesehen." Bei der Begutachtung sollte daher zusätzlich ein Angehöriger anwesend sein, der auf die tatsächliche alltägliche Situation mit dem Antragsteller hinweisen kann. Aber auch zusätzliche Beeinträchtigungen wie etwa ein Sehfehler sollten gleich mit angegeben werden, empfahl Hägele. Neu ist seit Juli dieses Jahres, dass selbst dann Leistungen möglich sind, wenn gar keine Pflegestufe vorliegt. Das sind die Leistungen der Pflegestufe Null für Personen mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Profitieren davon können zum Beispiel Demenzkranke, deren Hilfebedarf noch nicht für die Pflegestufe 1 ausreicht. Bei einem geringen Betreuungsaufwand ist ein Grundbetrag von 100 Euro monatlich, bei höherem Betreuungsaufwand sogar von bis zu 200 Euro je Monat möglich. Die Leistung ist zweckgebunden, man muss eine konkrete Hilfe oder Sachleistung in Anspruch nehmen. Dann gelte es, alle Belege zu sammeln und diese einzureichen, so Hägele. "Das Geld gibt es nämlich erst nachträglich." Bezieht ein Pflegebedürftiger nur Pflegegeld und keine zusätzlichen Pflegesachleistungen, ist er übrigens seit der Pflegereform dazu verpflichtet, einen Beratungseinsatz durch eine Pflegekraft in Anspruch zu nehmen. Bei der Pflegestufe 1 und 2 ist eine halbjährliche, bei Stufe 3 eine vierteljährliche Beratung Pflicht. Den Ratgeber zum Thema Pflege des beta instituts inklusive Vordruck fürs Pflegetagebuch gibt es unter http://www.betacare-wissenssystem.de/ratgeber/951.php _________________________________________________________________
Zukunftsweisende Versorgungsmodelle bei Demenz gefragt
Beim Frühstück in der Demenz-WG. "Sehr geehrte Frau Wenzel, hätten Sie die außerordentliche Güte, mir das Milchkännchen reichen zu wollen?", fragt der Betreuer. Die Angesprochene antwortet: "Machen Sie es kurz, sonst vergesse ich, was Sie wollen."
Selbstironie in einer Situation, in der viele Menschen in tiefe Verzweifelung fallen - das ist nur möglich in einem sehr besonderen Umfeld, in dem Patienten mit einer Demenz in Würde und Geborgenheit leben. In der Mettmanner Wohngemeinschaft der Gesellschaft Integritas Pflege & Aktivzentrum ist das möglich. Die sechs Bewohner mit einer Demenz werden Tag und Nacht betreut, jeder hat ein eigenes Zimmer und bekommt die Unterstützung, die er braucht. "Wir versuchen, so gut wie möglich eine große Familie zu simulieren", berichtete Geschäftsführer Michael Ernst bei einem Informationsforum am Rande der Medizinermesse MEDICA 2008 in Düsseldorf, bei der er die Episode mit Frau Wenzel schilderte. In sehr vielen Städten Deutschlands gibt es mittlerweile solche Wohngemeinschaften mit den unterschiedlichsten Trägern. "Viele entstehen als private Initiative", sagte Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
2,3 Millionen Demenzkranke im Jahr 2050?
Ärzte und Angehörige von Patienten mit einer Demenz wünschen sich, dass Erkrankte so leben können. Doch die Wirklichkeit der rund 1,2 Millionen Demenzkranken in Deutschland, von denen 60 bis 70 Prozent unter Alzheimer leiden, sieht anders aus - vielfach dramatisch schlecht. Dabei ist es geboten, gute Modelle für die Versorgung dieser Gruppe zu finden. Denn sie wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung drastisch steigen. "Das höchste Risiko, an einer Demenz zu erkranken, ist das Alter", sagte Lützau-Hohlbein. Bis 2050 wird es in Deutschland mindestens 2,3 Millionen Demenzkranke geben.
Zwei Drittel der Patienten werden zu Hause gepflegt
Bei der Versorgung der Kranken klaffen heute Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Zwei Drittel der Patienten leben im häuslichen Umfeld. Sie werden von Angehörigen, meistens von Frauen, versorgt. "Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst der Nation", sagte Lützau-Hohlbein. Pflegende Angehörige erhalten nicht die Unterstützung, die angemessen wäre. "Wir brauchen unbedingt flächendeckende und bezahlbare Entlastungsangebote für Angehörige", forderte sie. Auch fehlt es vielen an Information. "Ein informierter Angehöriger weiß, dass nicht er gemeint ist, wenn der Kranke sagt: Ich will nach Hause!, sondern dass das der Wunsch nach Geborgenheit ist", erklärte Lützau-Hohlbein. Dabei ist es wichtig, auf die speziellen Bedürfnisse der Erkrankten einzugehen. Im Laufe der Krankheit nehmen Angst, Unsicherheit und das Gefühl von Verlassenheit zu. Wünschenswert wäre eine Wirklichkeit für Demenzkranke, wie sie in der "Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen" gefordert wird, die der Runde Tisch Pflege bereits 2005 verabschiedet hat. Hier werden neben angemessener Pflege auch das Recht auf Selbstbestimmung, Information, Wertschätzung, Teilhabe an der Gesellschaft und Privatheit eingefordert. "Zu Privatheit gehört, dass ein Mensch aufstehen und ins Bett gehen kann, wann er möchte", erklärte sie. Doch davon kann in Heimen keine Rede sein. Auch von den 700 000 in Heimen lebenden Menschen leiden 60 bis 70 Prozent unter einer Demenz. "Nur 35 Prozent von ihnen werden von einem Neurologen betreut", berichtete sie. "Die übrigen Kranken haben zum Teil nicht einmal eine Diagnose."
Eine frühe Behandlung kann den Verlauf verzögern
Wird die Krankheit im frühen Stadium behandelt, kann die Verschlechterung hinausgezögert werden, der Patient gewinnt Zeit. "Unbehandelte haben etwas zu verlieren", betonte der Arzt Dr. Martin Haupt aus Düsseldorf. "Am Anfang einer Alzheimererkrankung können wir helfen und stabilisieren." Die medikamentöse Behandlung könne im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen bis zu fünf Jahre die Verschlechterung aufhalten. Bekommen Patienten keine Medikamente, müssen sie schneller stationär versorgt werden. Sie büßen auch an Beweglichkeit und Selbstständigkeit etwa beim Anziehen ein. Beim Einsatz von Neuroleptika oder Antidepressiva sei eine strikte Therapiekontrolle erforderlich. Zur Versorgung von Patienten mit einer Demenz gehört auch die regelmäßige internistische Basisbehandlung, betonte er. "Sie wird leider oft vernachlässigt, weil die Demenz so stark in den Vordergrund rückt."
Symptome werden zunächst häufig verdrängt
Den Ausbruch der Erkrankung bemerken die Patienten als erste. Doch statt Hilfe zu suchen, verdrängen viele die Symptome und versuchen, sie zu kompensieren. Bemerken Partner Veränderungen wie zunehmende Vergesslichkeit oder Stimmungsschwankungen, drängen sie oft vergebens auf einen Besuch beim Facharzt. "In so einem Fall ist es gut, wenn der Partner den Hausarzt auf seine Seite bekommt", sagte Haupt. Der Hausarzt habe einen guten Zugang gerade zu älteren Patienten. Er könne auf entsprechende Tests zum Beispiel mit der Bemerkung hinweisen: "So etwas empfehle ich meinen anderen älteren Patienten auch."
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Memantine sorgt bei Merz zur Jahrhundertfeier für exzellente Feierlaune
FRANKFURT AM MAIN (de). Das Frankfurter Familienunternehmen Merz beschließt das Jahr seines hundertsten Firmenjubiläums als bestes Geschäftsjahr seiner Geschichte. Zum Erfolg trugen vor allem die ZNS-Produkte bei.
Hauptumsatz- und Wachstumsfaktor waren in diesem Geschäftsjahr (1. Juli 2007 bis 30. Juni 2008) die Produkte des Bereichs Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS). Die Wachstumsdynamik von Memantine (Axura®) ist weiterhin ungebrochen. Auf dem Weltmarkt der Antidementiva konnte das Medikament seine Spitzenposition als das am zweithäufigsten verordnete Präparat behaupten. Im zweiten Jahr in Folge überschritt das Medikament zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz die Umsatz-Marke von einer Milliarde US-Dollar (774 Millionen Euro). Die Lizenzeinnahmen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Weltweit wurde mit Memantine ein Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar (eine Milliarde Euro) erzielt. Im Markt der Botulinum Toxine erzielte Merz mit Xeomin® einen Umsatzzuwachs von rund 66 Prozent. Das Präparat zur symptomatischen Behandlung von Lidkrampf (Blepharospasmus) und Schiefhals (Torticollis spasmodicus) bei Erwachsenen wurde im Berichtsjahr erfolgreich in verschiedenen europäischen Ländern eingeführt. In Deutschland ist das Botulinum Neurotoxin Typ A (Xeomin®) seit 2005 auf dem Markt und konnte im Geschäftsjahr 2007/2008 um 28 Prozent wachsen. Das Unternehmen setzte das zweistellige Wachstum der Vorjahre fort, der Konzernumsatz wuchs um 14 Prozent auf 610,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 11,6 Prozent auf 128,7 Millionen Euro. Die Investitionen für Forschung und Entwicklung stiegen gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf rund 87 Millionen Euro. Den Großteil des Konzernumsatzes erwirtschaftete Merz mit einem Anteil von rund 69 Prozent (Vorjahr: 67 Prozent) im Segment Pharma (Merz Pharmaceuticals GmbH /Merz Dental GmbH). Insgesamt erzielte Merz im Pharmabereich einen Umsatz von 420,8 Millionen Euro (Vorjahr: 359,4 Millionen Euro). Das Segment Verbraucherprodukte (Merz Consumer Care GmbH) steuerte 19 Prozent zum Gruppenumsatz bei. Absolut wurden in dieser Sparte 116,5 Millionen Euro erlöst. Im Ausland erhöhten sich die Merz-Umsätze auf 412,8 Millionen Euro (Vorjahr: 351,1 Millionen Euro). Im deutschen Markt wurden 197,7 Millionen Euro erlöst (plus 7,2 Prozent).
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