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Zu viele Beruhigungsmittel für Demenzkranke

BERLIN (sun/dpa). Jeder dritte Demenzkranke erhält starke Beruhigungsmittel - trotz erhöhtem Sterblichkeitsrisiko. Das geht aus dem Arzneimittelreport 2011 der Barmer GEK hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Zu viele Beruhigungsmittel für Demenzkranke

"Es gibt seit Jahren klare Gegenanzeigen und Warnhinweise. Trotzdem wird weiter in kritischer Größenordnung verschrieben", sagte der Autor der Studie, Professor Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen.

Häufig würden Neuroleptika in Pflegeheimen "im Sinne einer Beruhigungstherapie" eingesetzt, kritisierte Glaeske.

Diese Arzneimittel seien allerdings "inadäquate Mittel", um den Pflegealltag zu strukturieren. Damit würden Patienten mit Demenz gefährdet, so Glaeske.

Glaeske hielt den Ärzten zudem vor, zu viele riskante Medikamente an Alkoholiker sowie Antibabypillen mit unnötig hohem Risiko zu verschreiben.
Kassenärztliche Bundesvereinigung wehrt sich

Die Kritik ließen die Ärzte und Arzneimittelhersteller nicht auf sich ruhen. Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Pauschal das Bild zu entwerfen, dass Ärzte verantwortungslos verordnen, ist perfide.“

Die Ärzte stützten sich bei ihren Verordnungen selbstverständlich auf die aktuellen medizinischen Leitlinien. „Die Macht des Rezeptblocks gibt es gar nicht mehr“, sagte er.
vfa weist Kritik zurück

Auch der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) reagierte und wies die Kritik Glaeskes an den Antibabypillen neuster Generation zurück. „Alle Antibabypillen haben das Merkmal, dass sie das Thromboserisiko etwas erhöhen“, sagte Sprecher Rolf Hömke der dpa, „einige etwas mehr, andere etwas weniger.“

Dies sei jedoch nur ein Aspekt, der nicht absolut gesetzt werden dürfe. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Studienautoren nur auf ein Kriterium abzielen.“ Die Frauen müssten die Auswahl gemeinsam mit ihren Ärzten abwägen.
Ungebremste Dynamik bei Biologicals

Nach Ansicht des Barmer GEK-Vize Rolf Schlenker hat die Arzneimittelgesetzgebung 2010 die Ausgabenzuwächse "etwas gedrosselt".

"Gleichwohl sehen wir eine beinah ungebremste Dynamik bei den Biologicals", so Schlenker. Es gebe Steigerungsraten zwischen acht und 17 Prozent.

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Alzheimer früh erkannt

LEIPZIG (eb). Forschern aus Leipzig, USA und Australien ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Alzheimer-Früherkennung gelungen. Sie injizierten Probanden das schwach radioaktive Florbetaben, hat die Universität Leipzig mitgeteilt. Die Substanz reichert sich im Gehirn an und markiert Beta-Amyloid, was dann mit Positronen-Emissions-Tomografie (PET) sichtbar gemacht werden kann.

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Wann soll die Demenztherapie starten?

Das Konzept der leichten kognitiven Störung (mild cognitive impairment, MCI) entstand zur Bezeichnung eines Prodromal- oder Risikosyndroms einer Demenz. Denn bereits viele Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome einer neurodegenerativen Demenzerkrankung sind charakteristische pathologische Gehirnveränderungen nachweisbar.

Mit MCI wird demnach eine subjektive kognitive Störung bei erhaltener Alltagskompetenz bezeichnet, wenn zugleich kognitive Defizite objektivierbar sind. Ob die Weiterentwicklung der MCI in Richtung Demenz zu erwarten ist, ist eine der häufigsten Fragen in der Praxis.

Die Problematik der Diagnostik, die Abklärung symptomatischer Ursachen und die Evidenz für prophylaktische und therapeutische Maßnahmen sind Themen der Veranstaltung. (eb)

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