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News Februar 2010


Etwas Sport hält das Gehirn im Alter fit

Wer zeitlebens moderat Sport treibt, bleibt im Alter länger geistig frisch / Zu viel Bewegung ist eher ungünstig

SEATTLE (mut). Sport ist nicht nur gut fürs Herz, sondern auch fürs Hirn - das haben bereits viele Studien gezeigt. Zwei neue Studien legen nun nahe: Entscheidend sind Zeitpunkt und Dosis. Je früher man sich in Bewegung setzt, um so besser fürs Gehirn. Allerdings sollte man es dabei nicht übertreiben.
Dass die kognitive Leistung im Alter stark von der körperlichen Fitness im mittleren Lebensalter abhängt, darauf deutet jetzt eine Fall-Kontrollstudie mit über 1300 Teilnehmern (Arch Neurol 67, 2010, 80). US-Ärzte aus Rochester haben in Fragebögen den kognitiven Zustand der im Schnitt 80 Jahre alten Teilnehmer sowie Angaben zur körperlichen Aktivität erfasst. Insgesamt hatten 198 Teilnehmer (15 Prozent) leichte kognitive Einschränkungen (mild cognitive impairment, MCI).
Bei Teilnehmern, die im mittleren Lebensalter zwischen 50 und 65 Jahren regelmäßig moderat Sport getrieben hatten, lag die Rate nur bei etwa 9 Prozent - sie war also um knapp 40 Prozent niedriger. Als moderater Sport galten etwa Schwimmen, Wandern, Tennis oder Yoga. Erstaunlicherweise gab es sowohl bei wenig Bewegung als auch bei sehr anstrengendem Sport keinen signifikanten Vorteil für die Kognition.

Sport macht auch noch Rentner geistig fitter

Wer erst im Rentenalter mit moderater Bewegung angefangen hatte, dessen Hirn hatte zwar noch einen deutlichen Vorteil, dieser war aber etwas geringer als bei moderater Bewegung im mittleren Alter: Die MCI-Rate lag hier bei etwa zehn Prozent und damit um ein Drittel niedriger als im Schnitt.
Die Autoren vermuten, dass beim Sport neuroprotektive Substanzen freigesetzt werden und das Hirn besser durchblutet wird. Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass viel Bewegung nur ein Marker für einen gesunden Lebensstil ist. Weshalb Teilnehmer, die richtig viel Sport getrieben hatten, im Alter genau so stark kognitiv abbauten wie Couch-Potatoes, dafür haben die Autoren allerdings keine Erklärung.
Dieses Phänomen war schon in einer kürzlich publizierten Studie aufgefallen. Darin hatten Frauen, die regelmäßig anstrengende Sportarten betrieben, in Kognitionstests signifikant schlechter abgeschnitten als körperlich träge Frauen (wir berichteten). Dies wurde damit erklärt, dass sehr anstrengender Sport die Östrogenspiegel reduziert, was zwar das Brustkrebsrisiko senkt, aber offenbar nicht gut fürs Gehirn ist.

Bewegung verbessert die nachlassende Kognition

Lässt die Kognition jedoch erst einmal spürbar nach, kann man ihr mit viel Sport wieder auf die Sprünge helfen. Darauf deutet eine kleine Interventionsstudie mit 33 MCI-Patienten. Zwei Drittel machten sechs Monate lang ein recht intensives Aerobic-Training (45 bis 60 Minuten täglich, viermal die Woche), die übrigen lediglich Dehnübungen.
Teilnehmer mit Aerobic schnitten anschließend in Kognitionstest deutlich besser ab als die Teilnehmer mit Dehnübungen, dies galt aber vor allem für Frauen, weniger für Männer, was daran liegen mag, dass die Männer zu Beginn körperlich fitter waren als die Frauen.
Bei Frauen mit Aerobic verbesserte sich zudem der Glukose- und Insulinstoffwechsel weit mehr als bei Männern, was ebenfalls eine Erklärung liefern könnte (Arch Neurol 67, 2010, 71).

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Das Ende der Freiheit

Von Sabine Schiner
In den Demenz-Abteilungen in Alten- und Pflegeheimen entwickeln die Betreuer oft viel Geschick, wenn es darum geht, dass die Kranken nicht unbeaufsichtigt die Station verlassen: Da werden Türen hinter Vorhängen versteckt oder durch Fototapeten unkenntlich gemacht. Die Patienten sollen sich nicht eingesperrt fühlen. Es geht dabei um Würde, und es geht um Selbstbestimmung.
Die Ankündigung des Klinikums Offenbach, zum Schutz der Patienten ein elektronisches Ortungssystem einzuführen, lässt an den Einsatz elektronischer Fußfesseln denken, wie man sie aus dem Strafvollzug kennt. Im Unterschied zu Strafgefangenen soll vor dem Anlegen der Fesseln allerdings die Erlaubnis der Patienten, Angehörigen oder Betreuer eingeholt werden. Eine Unterschrift also, ein "Ja" und es ist aus mit der Freiheit: Das Grundgesetz wird so zum Wohl der Patienten außer Kraft gesetzt.
Bei allem Verständnis für Sicherheitsprobleme bei der Betreuung von Demenzpatienten: Hier liegt der Verdacht nahe, dass Big Brother in Kliniken und Altenheime einzieht.

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Neuer Scanner ermöglicht bessere Früherkennung von Demenz

ROSTOCK (eb). 90 Prozent der Demenzerkrankungen lassen sich durch eine Untersuchung mit einem neuen Magnetresonanztomografen (MRT) früher erkennen. Das Uniklinikum Rostock sucht dafür Patienten und will eine Trainingsgruppe aufbauen.
Mit dieser neuen Technologie könne frühzeitig festgestellt werden, ob Menschen mit leichten Fällen von Vergesslichkeit oder Unkonzentriertheit eine Demenz bekommen oder ob es sich um 'normale‘ Altersbeschwerden handelt, die keinen Grund zur Besorgnis darstellen, so Professor Stefan Teipel vom Uniklinikum Rostock. Der moderne MRT liefert Bilder von Veränderungen in bestimmten Hirnregionen, die auf eine Demenz hinweisen. Dies wurde kürzlich in führenden internationalen Fachzeitschriften publiziert.
Teipel will die Demenz-Früherkennung in Rostock weiter ausbauen und sucht daher Patienten, die sich am Klinikum untersuchen lassen wollen. Gesucht werden Menschen ab 65 Jahre, die unter leichter Vergesslichkeit oder ähnlichen Symptomen leiden und gerne an dieser Studie teilnehmen möchten, so Teipel. Dazu gehört die Bereitschaft zu einem ausführlichen Arztgespräch und einer Untersuchung mit dem MRT. Die Untersuchung ist für Patienten ohne Herzschrittmacher, unbedenklich, da Sie lediglich auf der Anwendung von Magnetfeldern beruht, so der Experte.
Wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass der Betroffene tatsächlich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Demenz hat, bietet die Uniklinik Rostock Trainingsgruppe oder die Teilnahme an einer bundesweit durchgeführten Studie zur Wirksamkeit neuer Therapieverfahren an, so Teipel weiter. Entsprechende Gedächtnistrainingsgruppen befinden sich am Uniklinikum Rostock derzeit im Aufbau. In Gruppen von jeweils zwölf Teilnehmern werden gemeinsam Möglichkeiten des Gedächtnistrainings erlernt sowie die Interaktion der Betroffenen untereinander geübt.
Interessenten melden sich in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Rostock (AöR), Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock, Tel. 0381 494-4767.

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Häufig Depression bei vaskulärer Demenz

CHAPEL HILL
(mut). Etwa jeder vierte Demenzpatient hat auch eine Depression.
In einer Untersuchung von US-Forschern bei über 6500 Demenzpatienten war dabei die Depressionsrate bei Alzheimer-Kranken mit 19 Prozent am niedrigsten und mit 44 Prozent bei vaskulärer Demenz am höchsten, berichten die Forscher in der Zeitschrift "Alzheimer‘s & Dementia" (6, 2010, 63).


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