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Landgericht: Bier macht doch nicht schön

BERLIN (mwo). Der Deutsche Brauer-Bund darf nicht mit angeblich positiven Effekten von Bier auf Schönheit und Gesundheit werben. Das hat das Landgericht Berlin entschieden.
Es gab damit einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen die Internetseiten des Brauerbundes statt. Der Lobby-Verband der deutschen Brauereien hatte dort behauptet, mäßiger Biergenuss beuge Demenz, Altersdiabetes sowie Osteoporose (Knochenschwund) vor und mindere das Herzinfarktrisiko.

Das im Bier enthaltene Vitamin B sei "wichtig für eine reine Haut und schönes Haar". Die Kohlenhydrate des Gerstensafts wurden als "wichtige Fitmacher" bezeichnet.

Wie nun das Landgericht mit Urteil vom 10. Mai 2011 entschied, sind solche Aussagen eine nach EU-Recht unzulässige Absatzförderung für alkoholische Getränke.

Generell sei es nicht erlaubt, in der Werbung Lebensmitteln "medizinische Eigenschaften" zuzuschreiben, sofern sie nicht von der EU-Kommission vorgegebene "Nährwertprofile" erfüllen.

Den Brauereien und ihrem Verband bleibe es unbenommen, abseits der Werbung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Bier und Alkohol zu berichten, etwa über entsprechende Forschungsergebnisse, so das Landgericht weiter. Ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Meinungsfreiheit sei daher "nicht zu erkennen".

Az.: 16 O 259/10

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IQWiG sieht möglichen Nutzen von zwei Antidementiva

KÖLN (eb). Das IQWiG sieht bei Galantamin Belege, bei Rivastigmin-Pflaster zumindest Hinweise, dass die Arzneien den Abbau kognitiver Fähigkeiten bei Alzheimer-Patienten leicht verzögern können.

Dies ist dem am Montag vom Kölner Institut veröffentlichtem Vorbericht zu entnehmen. Die Analyse ergänzt die Nutzenbewertung der Cholinesterasehemmer von 2007.

Demnach gebe es bei Galantamin Belege, bei Rivastigmin als Pflaster zumindest Hinweise, dass die kognitiven Fähigkeiten günstig beeinflusst werden können. Bei beiden Arzneien lieferten dieselben Studien aber auch Belege für einen möglichen Schaden, teilt das IQWiG mit.

Dazu zählten vor allem Nebenwirkungen in Form von häufiger auftretender Übelkeit und Erbrechen sowie von Hautirritationen bei Rivastigmin-Pflaster. Für wichtige andere Therapieaspekte wie etwa die Lebensqualität der Patienten oder die Notwendigkeit einer vollstationären Pflege gebe es derzeit keine Daten.

Bereits 2007 hatte das IQWiG eine Nutzenbewertung der zur den Cholinesterasehemmer gehörenden Wirkstoffe Donepezil, Galantamin und Rivastigmin vorgelegt. Eine Aktualisierungsrecherche von 2009 ergab, dass es zu Galantamin inzwischen weitere, zum Teil unveröffentlichte Studiendaten gibt und Rivastigmin nicht mehr nur als Tablette, sondern seit 2007 auch als Pflaster zur Verfügung steht.

Da dieser Umstand auch Einfluss auf die Aussagen der ersten Nutzenbewertung von 2007 haben könnte, beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss das IQWiG, den Nutzen von Galantamin erneut und von Rivastigmin-Pflaster erstmalig zu untersuchen.

Wie die Auswertung zeigt, gebe es auch unter Einbeziehung der neueren Studien Belege, dass Galantamin bei Patientinnen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer Demenz zumindest bei einer höheren Dosis die Denk- und Merkfähigkeit positiv beeinflussen kann, so das IQWiG.

Für den Nutzen der neuen Applikationsform von Rivastigmin als Pflaster seien in den Studien keine Belege gefunden worden, - und zwar weder für die kognitiven noch für die alltagspraktischen Fähigkeiten. Im Vergleich zu einem Scheinmedikament habe sich in der höheren Dosierung bei Patienten unter 75 Jahren ein Unterschied bei der Kognition ergeben, den das IQWiG als Hinweis auf einen Nutzen wertet.

Die beiden Hersteller-Firmen, Janssen-Cilag und Novartis, lieferten sämtliche angeforderten Studiendaten, so dass die Ergebnisse aller fünf vom IQWiG neu identifizierten Studien in die Bewertung einfließen konnten, meldet das Kölner Institut. Denn die Daten von insgesamt 48 Prozent der Teilnehmer dieser Studien waren bislang nicht öffentlich zugänglich.

"Das zeigt erneut, wie wichtig eine Publikationspflicht für alle klinischen Studien ist", kommentiert IQWiG-Leiter Professor Jürgen Windeler. "Nur weil die beiden Firmen bei diesem Bericht kooperationsbereit waren, konnten wir die Wirkstoffe auf einer vollständigen Datenbasis bewerten."



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Powernapping macht fit und schützt das Herz

Eine kurze Mittagsruhe hat mehrere Vorteile: Sie steigert die Leistungsfähigkeit beim Job und sie schützt gleichzeitig das Herz.
NEU-ISENBURG (hub). Auch wenn der Vorschlag, regelmäßig einen kurzen Mittagsschlaf zu machen, ins Sommerloch fällt, so hat er doch einen medizinischen Kern: Schon vor Jahren hatten Forscher aus Griechenland und den USA festgestellt, dass eine 30-minütige Siesta das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben um 37 Prozent verringert.

Diese Zahl galt, wenn mindestens dreimal die Woche Siesta gehalten wurde. Ausgewertet hatten die Forscher die Daten von fast 24.000 gesunden Erwachsenen im Alter von 28 bis 86 Jahren, die zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt wurden. Der positive Effekt eines kurzen Mittagsschlafes war bei berufstätigen Männern am stärksten.

Dass in Deutschland und anderen Industrieländern zu wenig geschlafen wird, beklagen Schlafforscher seit langem. Dabei wird davon ausgegangen, dass täglich sieben bis neun Stunden Schlaf benötigt werden. Deutsche kommen im Mittel nur auf sieben Stunden.

Die Folgen seien nicht nur mehr Unfälle im Haushalt und im Straßenverkehr und mehr Fehler am Arbeitsplatz, sondern auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Demenz-Erkrankungen.

Ebenfalls nachgewiesen wurde eine erhöhte Leistungsfähigkeit bis abends um 20 Uhr, wenn mittags ein Kurzschlaf eingelegt wird. Ein Kurzschlaf - auch Powernapping genannt - von mittags 20 Minuten bringt mehr, als morgens die gleiche Zeit länger zu schlafen.

Die beste Zeit für solch ein Powernapping ist zwischen 12 und 14 Uhr, wenn der Körper sowieso im Mittagstief steckt.

Einfach hinlegen und schlafen geht allerdings nicht. Auch Powernapping will gelernt sein. Mit Yoga, autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung klappt es mit der Kurzschlafphase - aber erst nach längerer Übungsphase.

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Demenzkranke brauchen Hausärzte

Gemeinsames Zeitung lesen, Spiele, Alltagsroutinen, die auch funktionieren: die Herausforderungen für Angehörige bei der Betreuung von Demenzpatienten sind groß. Hausärzte können viel zum Gelingen in der Pflege beitragen.
BREMEN (cben). Zuerst ein Screening-Test und dann zur Abklärung in die Klinik. Bei der Diagnose von Demenz müssen Hausärzte die einleitenden Schritte zur genauen Diagnose tun. Aber beim Verdacht auf Demenz soll eine differenzierte Diagnostik erfolgen. Das sagte Dr. Amit Choudhury vom Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation am Bremer St. Joseph-Stift vor kurzem auf dem 5. Bremer Fachtag Demenz.

"Die Hausärzte merken bei ihren alten Patienten am ehesten, wenn etwas nicht stimmt", sagte Choudhury, "dann ist es Zeit für das geriatrische Basis-Assessment." Aber der Uhrentest oder der Mini-Mental-Status-Test (MMSE-Test) könnten nur ein Anhaltspunkt sein. "Erst eine neuropsychologische Testung zum Beispiel in der Klinik kann eine genaue Diagnose und damit die richtige Behandlung ermöglichen", so Choudhury.

Nach Angaben des Bremer Geriaters leben in Deutschland derzeit rund 1,5 Millionen demenzkranke Menschen. Sechs bis neun Prozent der über 65-Jährigen und rund 33 bis 47 Prozent der über 85-Jährigen seien erkrankt. Die Inzidenzraten verdoppeln sich zwischen dem 65. und 90. Lebensjahr etwa alle fünf Jahre, erklärte Choudhury. "Von den heute 50-Jährigen wird jeder Vierte an Demenz erkranken."
Hohe Lebensqualität ist durchaus möglich

Umso wichtiger sei es, die Krankheit möglichst früh zu erkennen. "Je früher die richtige Diagnose steht und je eher beraten wird, um so größer ist die Entlastung für die Patienten und ihre Familien", so Choudhury. "Die Gesundheit der pflegenden Angehörigen bessert sich nachweislich, wenn sie wissen, woran sie sind." Ist etwa die Diagnose "Alzheimer" korrekt gestellt, könne der Patient auch mit der Erkrankung noch eine längere Zeit mit hoher Lebensqualität und relativ großer Selbstständigkeit zuhause leben.

Voraussetzung ist die richtige Betreuung zuhause. "Es geht hier weniger darum, alte Menschen mit Gedächtnistraining irgendwie fit halten zu müssen", so Choudhury, "sondern etwa um gemeinsames Zeitunglesen, spielerische Übungen in entspannter Atmosphäre, zum Beispiel Memory-Spiele, und besonders um funktionierende Alltagsroutinen." Nicht zu empfehlen seien dagegen Reisen oder Ausflüge, "die auf die Patienten oft verwirrend wirken und den Patienten stärker desorientieren könnten".
70 Prozent werden von Angehörigen gepflegt

Solche nicht-medizinischen Therapien seien oft wichtiger als die medizinischen, so Choudhury. Trotzdem brauchen die Patienten regelmäßige hausärztliche Anbindung. "So können neu auftretende Verhaltensstörungen auf Schmerzen hindeuten, die die Patienten kaum oder gar nicht als solche ausdrücken können." Hier sei vom Hausarzt besondere Sensibilität gefragt. Zudem belasten nicht oder nicht ausreichend behandelte körperliche Erkrankungen des Demenzkranken die Familien umso mehr.

Auch wenn viele Pflegeeinrichtungen, Heime, Tages- und Kurzzeitpflege Angehörige unterstützen und entlasten können, "so lösen sie trotzdem das Versorgungsproblem nicht. Das muss man wissen", sagte Choudhury. 70 Prozent aller Demenzkranken würden nach wie vor von ihren Angehörigen gepflegt. Aber Hausärzte und Angehörige können viel zum Gelingen der Pflege beitragen. Choudhury: "Es gibt ein Leben mit Demenz."


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